Wut und Trauer bei Kontakt mit ihrer Mutter
„Ich weiß genau, was passiert, wenn sie anruft – und trotzdem kann ich nicht einfach nicht rangehen.“
Eine Klientin Mitte 50 kam mit einem Thema zu mir, das sie seit Jahren belastete.
Ihre fast 80-jährige Mutter rief ständig an, forderte Unterstützung, kritisierte und machte ihr Vorschriften. Selbst den geplanten Urlaub wollte sie ihr ausreden: Schließlich könne sie die Mutter doch nicht einfach alleinlassen.
Versuchte meine Klientin, Abstand zu halten oder nicht ans Telefon zu gehen, kamen sofort Schuldgefühle – und heftige Vorwürfe der Mutter.
Schon beim Erzählen liefen die Tränen.
In Hypnose zeigte sich zunächst eine tiefe Trauer. Statt dagegen anzukämpfen, durfte sie dieses Gefühl einfach zulassen. Nach einigen Minuten wurde es schwächer – bis es schließlich ganz verschwand.
Danach stellte sie sich ihre Mutter vor sich vor.
Und plötzlich durfte alles heraus, was sie jahrelang zurückgehalten hatte: die Wut, die Enttäuschung, der Schmerz. Sie sagte all das, was sie sich im wirklichen Leben nie getraut hatte zu sagen.
Auch diese Gefühle veränderten sich. Erst kam Wut, dann Mitleid – und schließlich Ruhe.
Zum Ende der Sitzung stellte sie sich vor, ihre Mutter würde noch am selben Nachmittag anrufen, wieder Forderungen stellen und ihr Vorwürfe machen.
Doch diesmal blieb sie ruhig.
Kein Druck. Kein schlechtes Gewissen. Keine innere Panik.
Erschöpft, aber sichtlich erleichtert, verließ sie meine Praxis.
Jetzt schauen wir beim nächsten Termin, wie sich diese Veränderung in ihrem Alltag zeigt.
Fallbeispiel aus meiner Praxis, persönliche Details wurden zum Schutz der Klientin verändert.






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